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M A K

„Was ist angewandte Kunst?“, war die erste Frage unserer Führerin, als wir versammelt im Innenhof, des im Neorenaissancestil errichteten Museums standen. (21.10.16)



Angewandte Kunst ist eine Form der Kunst die sich mit der Gestaltung alltäglich benötigter Gegenstände beschäftigt, wobei der Funktionswert zumeist über dem Schönheitswert steht.
Nach einigen interessanten Fakten zum Museumsgebäude, folgten wir der Führerin in den, rechts neben der in den ersten Stock führenden Treppe, liegenden Raum. Im dahinterliegenden Ausstellungsraum beschäftigte uns nach eingehender Betrachtung des goldenen Reisesets, welches Napoleon Bonaparte seinem Sohn geschenkt hatte, erneut eine Frage. Diesmal lautete sie „Was bedeutet Kitsch?“ Eine Antwort war rasch gefunden. Kitsch ist ein anderer Ausdruck für Nachahmung. Diese wurde vom Bürgertum „entwickelt“, da es sich die Originale niemals leisten hätte können, aber dennoch etwas Edles besitzen wollte. Aus diesem Grund wurden elegante Schlösser, wie das Belvedere, zu einem Tellermotiv. Außerdem gab es erstmals die Möglichkeit sich Porzellantassen mit gewünschter Form, Größe sowie dem liebsten Muster zu bestellen. Nach hinreichender Betrachtung unterschiedlichsten Teegeschirrs wandten wir uns den zahlreichen Stühlen im Raum zu. Auch Sissys Schreibtisch, der zur Zeit des Biedermeiers gestaltet worden war und wie so viele Biedermeiermöbel auch Geheimfächer aufwies, wurde ausführlich behandelt.
Im anschließenden Raum betrachteten wir die Schatten verschiedenster Sessel aus dem Jugendstil. Die Gestaltung des Raumes stellt einerseits den ersten Sitzmöbelkatalog, andererseits das Schattendasein, der vormals als Alltagsgegenstände dienenden Möbel, dar. Die Erfindung des Bestellkatalogs mit Einzelteilsystem revolutionierte den Möbelmarkt. Das Kaufen und Versenden der Möbel wurde dadurch kostengünstiger, leichter und praktischer.
Im Untergeschoß des Museums stand das Miniselbstversorgermodell dem Wohnen in Wohngemeinschaften gegenüber. Neben dem Wohnen im Allgemeinen spielte in der Ausstellung vor allem die Küche eine wichtige Rolle. Ein Highlight war hierbei sicherlich die Schauküche von Margarete Schütte - Lihotzky. Diese durfte im Gegensatz zum Rest der Ausstellungsexponate berührt werden. Wichtige Merkmale dieser Küche waren die Kombination von Arbeitsfläche und Müllbehältnis, der zur Insektenabwehr gewählte Blauton der Küchenkasten, das wegklappbare Bügelbrett, sowie die Mehrzweck - Lebensmittelladen. Wir beschäftigten uns auch mit dem „Küchenkoffer“ und dem Setzkasten, der mit den wichtigsten Dingen, die ein Koch braucht bestückt war.
Anschließend betrachteten wir Besteck und Geschirr von damals bis heute. Besonders eindrucksvoll war das breite Spektrum an Tafelgeschirr, welches von kostbaren Kristallgefäßen über den ersten „Topf am Tisch“ bis hin zum Geschirrset mit sexistischen Motiven für den einsamen Single reichte.Die Führung endete schließlich mit der Besichtigung der hundert besten Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wobei nur drei österreichische Werke vertreten waren. Aus diesem Grund wird diese Ausstellung möglicherweise nicht wiederholt werden.