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„Plastik weg - Welt perfekt“: Das etwas andere Mül

Plötzlich war da der Berg von Plastikflaschen in der Aula (01.10.10)



Die SchülerInnen am BRG staunten eines Montag morgens nicht schlecht, als sie mitten in der Aula einen Berg von Plastikflaschen vorfanden. Viele fragten nach dem Warum und Wieso dieser Aktion. Die Antwort sprach sich allerdings schnell herum: Eine Woche lang waren an der Schule die „Plastikmistkübel“ nicht entleert und von mysteriösen Heinzelmännchen am Sonntag in die Aula gekippt worden.
Diese Aktion sollte bewusst vor Augen führen, wie viel Plastikflaschen alleine in einer Woche an unserer Schule anfallen. Die 5a-Klasse wertete die Ergebnisse aus und präsentierte sie für alle MitschülerInnen in einer äußerst eindrucksvollen Präsentation, bei der der Müllberg in der Aula wie ein Damoklesschwert über den Köpfen schwebte. Folgende Aspekte wurden dargestellt:

1. Energetischer Aspekt:
Betrachtet man die Gesamtzahl der anfallenden Flaschen, so sammelten sich in einer Woche 636 bzw. 955 (die Differenz haben die SchülerInnen in dieser Woche mit nach Hause genommen) Flaschen an, hoch gerechnet auf ein Schuljahr wären es 23.532 bzw. 35.335 Flaschen. Pro Schüler werden 30 bzw. 45 Flaschen pro Jahr weggeschmissen.
Von den 636 ausgezählten Flaschen waren nur 121 zusammengedrückt und 158 Flaschen waren nicht entleert, ebenso wurden 200 Teile Fremdmüll gesichtet. Mit anderen Worten: die Mülltrennung lässt zu wünschen übrig und der Name „Wegwerfgesellschaft“ besteht auch bei uns nicht zu Unrecht!.

Die in einer Woche gefundene Menge an Plastikflaschen (636) entspricht einer Menge von circa 2000 Litern Erdöl pro Jahr (Annahme: Erzeugung von 10-12 Pet-Flaschen pro Liter Öl), welche wir bedenkenlos wegwerfen. Pet-Flaschen sind also ein Erdölprodukt, allerdings hat jede Erzeugerfirma ihr „Geheimrezept“ und niemand weiß genau, woraus diese Flaschen eigentlich produziert wurden und welche möglicherweise schädlichen Zusatzstoffe sie enthalten.

In einen Mistkübel passen insgesamt 40 nicht zusammengedrückte Flaschen, jedoch 60 zusammengedrückte. 50% mehr Flaschen würden weniger Arbeit für die Klassenordner, in Summe 1/3 mehr Falschen im 1100l Container und damit weniger Abholfahrten durch die Müllabfuhr – sprich weniger LKW Fahrten- bedeuten.
In Österreich werden beinahe 100% des Plastikmülls stofflich verwertet, allerdings fällt allein in NÖ der unglaubliche Müllberg von 28.500Tonnen pro Jahr an!
2. Gesundheitlicher Aspekt:
Wertet man die gefundenen Flaschen nach Getränketyp aus, so ergeben sich als Spitzenreiter 202 Flaschen Eistee, gefolgt von 106 Colas und 92 Flaschen Mineral. Leider greifen unsere Schüler vermehrt zu den „Zuckerbomben, denn Cola und Eistee zusammen machen fast die Hälfte der Gesamtzahl aus.
So enthalten Cola und Eistee 14 Stück Würfelzucker, dies liegt weit über den von der WHO empfohlenen 37 g Zucker pro 500ml! In einer Woche werden 19,3 kg Zucker durch die Getränke konsumiert, monatlich 77,2 kg und jährlich 714,1 kg! Die jährliche Menge entspricht einer Anzahl von 28.1674 Stück Würfelzucker.
In anschaulicher Weise wurde den MitschülerInnen vor Augen geführt, wie ungesund die angebotenen Getränke eigentlich sind, nur Grüner Tee und Mineral wären bei unserem Getränkeangebot als gesund zu empfehlen. In einer Schule in den USA wurden alle zuckerhältigen Getränke verbannt und gesunde Nahrung angeboten. Der Effekt war verblüffend: Viele übergewichtige Schüler verloren in kurzer Zeit deutlich an Gewicht und die Schüler konnten sich auch im Unterricht besser konzentrieren, sie erbrachten viel bessere Leistungen. Dieses Ergebnis deutet nicht nur darauf hin, wie wichtig gesunde Getränke in Hinsicht auf unser Körpergewicht sind, sondern gesundes Trinken wirkt sich auch positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus!!!

In zahlreichen unabhängigen wissenschaftlichen Studien wurde bewiesen, dass Pet-Flaschen gesundheitsgefährdende Stoffe wie Bisphenol A oder Phtalate enthalten. Diese führen, da sie wie Hormone wirken, zu Geschlechtsveränderungen bei Schnecken oder Fischen. Beim Menschen stehen sie im Verdacht, Unfruchtbarkeit hervor zu rufen.
3. Plastik als globales Problem:
Im Atlantik und Pazifik wurden riesige Müllteppiche aus kleinen Plastikpartikeln gefunden. Der anfallende Plastikmüll wird in unseren Ozeanen durch Sonne, Wind und Salzwasser zu winzigen Granulaten zerrieben. Diese Teilchen werden von den Krebsen, die am Beginn der Nahrungskette stehen, für Plankton gehalten und gefressen. Diese Tiere verenden dann mit vollem Magen oder sie werden von Fischen gefressen. Die Fische dienen als Nahrung für Raubfische, die dann vielleicht auf unseren Tellern landen. Die im Plastikmüll enthaltenen Giftstoffe reichern sich in der Nahrungskette um ein Vielfaches an und zerstören damit nicht nur ganze Ökosysteme, sondern wir vergiften uns selbst durch das Verwenden und Wegschmeißen des Plastiks.
4. Lösungsvorschläge:
  • Müllvermeidung: Beim Einkauf auf die Verpackung achten, eventuell im Geschäft lassen oder falls möglich mit entsprechenden Gebinden einkaufen gehen
  • geeignete Trinkflasche (aus ALU) mit gesunden Getränken von zu Hause mitnehmen!
  • Vorschlag eines Trinkbrunnens in der Aula
  • Druck als Konsument ausüben: Frage nach alternativen, biologisch abbaubaren Stoffen wie Verpackungen aus Maisstärke oder ZellulosefasernKauf von heimischen Produkten ohne lange Transportwege und ohne allzu aufwendige Verpackungen
  • wenn schon Pet-Flaschen dann: unbedingt vorher vollständig entleeren und zusammendrücken, in den richtigen Mistkübel befördern!
Mit diesem Projekt soll zumindest das Bewusstsein für die vernünftige Verwendung von Plastik geschaffen werden. Ob sich dadurch ein nachhaltiger Effekt (wie Z.B. bei der richtigen Mülltrennung oder der Vermeidung zuckerhältiger Getränke) bei den SchülerInnen erzielen lässt, wird sich noch zeigen.