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Österreichische Namen für türkische Kinder

BRG-SchülerInnen in Dialoggruppe des Innenministeriums (01.12.10)



Im Schuljahr 2009/10 hatte die damalige 6a an einem Forschungsprojekt der Donau-Universität zum Thema Islamophobie teilgenommen, auf das auch die BeamtInnen des Innenministeriums aufmerksam geworden waren.

Zu Beginn des Jahres war der "Nationale Aktionsplans für Integration“ von der Bundesregierung beschlossen worden. Im Rahmen dieses Dialogs gab es im Juni 2010 ein Gespräch mit nationalen Experten mit dem Ziel, relevante Themengebiete zu definieren, sowie zentrale Chancen, Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze darzulegen. Im Oktober 2010 fand ein Runder Tisch mit muslimischen Vertretern statt. Dabei ging es darum, den direkten Kontakt zu Vertretern des "offiziellen" Islam als potenzielle Brückenbauer und Meinungsbildner in den Communities herzustellen, Ansichten und Erfahrungen des "institutionalisierten" Islam einzubeziehen und im Rahmen eines offenen Dialogs relevante Themen und Herausforderungen zu thematisieren.
Zum ersten "Islam.Menschen.Dialog" des Österreichischen Integrationsfonds im Haus der Bildung und beruflichen Integration waren nun auch der Schulsprecher des BRG, Robert Mang, und Zeynep Arslan, Muslimin und Schülerin der 7a, eingeladen worden. Das bunt gemischte Podium bestand aus ExpertInnen des Innenministeriums und des Integrationsfonds, einem Betreuer von Schubhäftlingen, Muslimen, die als Automechaniker arbeiten und jenen, die ein fertiges Universitätsstudium hinter sich haben, einer Schuldirektorin, deren Schule viele Kinder mit Migrationshintergrund besuchen, einer Lehrerin, die selbst zweisprachig aufgewachsen und unterrichtet wurde, einem türkischen Kabarettisten, einem Wissenschaftler aus dem Iran etc.
Dementsprechend vielfältig waren auch die Meinungen - sollen Türken ihren Kindern österreichische Vornamen geben, um sich besser anzupassen? Wie weit dürfen gerade im Advent Bräuche von muslimischen Kindern mitgefeiert werden ohne die eigene Kultur und Religion zu verleugnen? Gibt es nicht auch eine Bringschuld d.h. müssten Migranten sich auch nicht selbst um eine bessere Integration bemühen, indem sie die Sprache lernen und sich darum kümmern wie z.B. das österreichische Schulsystem funktioniert?
Am Ende waren sich die Diskutanten einig, dass hetzerischen Artikel der Boulevardmedien am besten durch persönliche Gespräche, die noch stärker forciert werden sollen, begegnet werden kann. Nur wer seine Muttersprache gut kann, wird sich auch in allen weiteren Sprachen zurecht finden und deshalb war eine der gemeinsamen Forderungen, dass es im Bildungssystem statt Einsparungen eine massive Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund geben soll, um deren Talente zum Wohl der gemeinsamen Heimat zu nutzen.