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Der Adventkalender 2010 entsteht

Die Projekttage. (05.11.10)



20.Oktober 2010, 9.00 Uhr
Mit gemischten Gefühlen und etwas unsicher nähern wir uns dem in der Kremser Altstadt gelegenen Gebäude der Allgemeinen Sonderschule Krems. Schon beim Betreten des rund um 1600 entstandenen ehrwürdigen Gebäudes mit seinem idyllischen Innenhof erschallen erwartungsvoll helle Kinderstimmen.
In wenigen Monaten wird es hier wesentlich ruhiger sein, denn dann übersiedelt die ganze Schule in das neu errichtete Kremser Schulzentrum
Aber nicht nur deren Erwartungshaltung, sondern auch meine und die von Johanna steigt nach und nach!
Vor uns liegt der erste von insgesamt drei Projekttagen, an denen SchülerInnen unserer Schule, des BRG Krems Ringstraße, gemeinsam mit den SchülerInnen des Sonderpädagogischen Zentrums der Allgemeinen Sonderschule der Stadt Krems heuer schon zum achten Male die BildeR der Gefühle, jene Bilder, die den überdimensionalen Adventkalender auf der Nordfassade des BRG Krems bilden, entstehen lassen.
Wie würde sich die Zusammenarbeit gestalten, wie würden wir mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen zurechtkommen? Diese und andere Fragen gehen uns durch den Kopf während wir die Schwingtüren, die in den 1. Stock führen öffnen. Und mit einem Male ist unsere Nervosität wie weggeblasen und unsere Befürchtungen sind verschwunden. Verschwunden, weil wir von der scheuen Herzlichkeit, mit der unsere Gruppe von 25 SchülerInnen von unseren „kleinen“ MitarbeiterInnen empfangen wird, sofort gefangen genommen werden.
Das Vorlesen der von uns geschriebenen Adventgeschichte, die vom 1- bis zum 24. Dezember Stück für Stück auf der Homepage des BRG Krems zu lesen sein wird, lockert die Stimmung weiter auf und schon bald beginnen wir in zwei Arbeitsgruppen mit der Arbeit an den Entwürfen für die 24 Bilder des Kalenders.
Johanna und ich sind am Anfang noch etwas unsicher, aber die freundliche Atmosphäre und die positive Arbeitshaltung der Kinder lässt den kreativen Part des Projekts rasch voranschreiten.
„Unsere Gefühle am Anfang waren ziemlich gemischt und wir waren etwas unsicher. Die Lehrer und Betreuerinnen waren aber sehr freundlich und bemüht, am meisten überrascht waren wir von den Kindern unserer Gruppe, man könnte viel besser mit ihnen arbeiten als wir gedacht hatten“, stellen wir einstimmig fest und da zumindest ich auch schon im Vorjahr an diesem schulübergreifenden Projekt mitgewirkt habe, kann ich meine „ganze“ Erfahrung einbringen.
In kleinen Gruppen sitzen die Jungs und Mädchen gemeinsam mit meinen Klassenkollegen und -kolleginnen im hellen Klassenraum, bewegen sich ganz spontan von einer Gruppe zur nächsten, um wenig später wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren und interessiert weiterzuarbeiten. Leises Stimmengemurmel, immer wieder durch überraschte Ausrufe der konzentriert zeichnenden Kinder unterbrochen, erfüllt den Raum.
Ab und zu schweift unser Blick über die Kremser Altstadt mit der dominanten Silhouette der zwischen 1616 und 1630 weitestgehend neu erbauten Pfarrkirche St. Veit.
„Ich möchte auch ins Fernsehen“, ertönt die Stimme der kleinen Annika, als die Reporter unseres Schulfernsehens T-Pfau die Stimmung mit der Kamera einfangen und sofort findet sich eine Vielzahl von kleinen Kameramännern – und frauen, die ebenfalls mitfilmen wollen.
Nach und nach nehmen die Entwürfe Gestalt an und viel zu schnell ist der erste Tag vorbei! Was wohl der zweite Projekttag bringen wird?
5.November 2010, 9.00 Uhr
Schon merklich ungezwungener als bei unserer ersten Begegnung vor knapp zwei Wochen stürmen die „kleinen Künstler“ in die alte Aula des BRG Krems, in der in der Mitte ein großer Tisch mit einer Unzahl von Farben aufgebaut ist.
Rundherum stehen Staffeleien, auf die in der Zwischenzeit mittels Overheadprojektor die Entwürfe vom ersten Tag übertragen worden sind. Schnell beruhigen sich die Kinder und es beginnt jener Teil des Projekts, der allen Beteiligten den meisten Spaß macht. Pinselstrich um Pinselstrich wird aus den Entwürfen eines von 12 Bildern, die an diesem Tag gestaltet werden.
Mit geradezu kindlicher Begeisterung kleckst hinten in der Ecke gerade einer der Künstler Johannes, dem Kameramann, einen Farbpunkt auf die Nase, um sich anschließend ganz stolz mit ihm fotografieren zu lassen.
Einige Kinder sind skeptisch und beginnen eher zögerlich mit der Arbeit, doch nach und nach gewinnt der Spaß an der Sache die Oberhand, wie Johanna feststellt:
„Für mich war es nicht das erste Mal, dass ich mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen gearbeitet habe. Das Schwierige daran war, den Kindern die Hemmschwelle zu nehmen und sie zum Malen zu bringen. Das fertige Produkt und auch die Erfahrung bei der Umsetzung war eine besondere für mich und ich glaube ein ganz wertvolle Erfahrung für alle Beteiligten.“
Unterbrochen wird der Arbeitstag durch die obligate Jause, während der sich die Jugendlichen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen als eine Gruppe von fröhlichen jungen Menschen gemeinsam präsentieren.
Der Gong der Schulglocke kündigt das nahende Ende des zweiten Tages an und aus den schwarz – weißen Konturen auf den Leinwänden sind in konzentrierter Arbeit detailreiche und farbenfrohe Weihnachtsmotive entstanden, die als sichtbares Zeichen einer besonderen Zusammenarbeit in der Zeit vom 1.12. 2010 bis zum 08.01. 2011 der Kremser Ringstraße wieder ein besonderes Flair verleihen werden.
Wir sind schon gespannt wie die anderen 12 Bilder, die am letzten Projekttag gemalt werden, aussehen werden.
Schweren Herzens und mit dem Gefühl, neue Freunde gewonnen, aber auch neue und ganz wertvolle Erfahrungen gewonnen zu haben, verabschieden wir uns für diesen Tag und sehen erwartungsvoll dem letzten Tag entgegen.
Eröffnet wird er Adventkalender in diesem Jahr am Samstag, den 27.11. 2010 um 18 Uhr in feierlichem Rahmen in der Aula des BRG Krems Ringstraße.
Der Dank der beiden Schulgemeinschaften gilt der Volksbank Krems Zwettl als Hauptsponsor sowie dem David Gesundheitszentrum und einer Vielzahl von Kremser Firmen, Institutionen und Persönlichkeiten, die den Adventkalender auch jenen finanziellen Reingewinn ermöglichen, der dazu verwendet wird, um den SchülerInnen des SPZ Krems zusätzliche Therapiemaßnahmen zu ermöglichen.

Verfasser: Saskia Faltus und Johanna Köfinger, 7a