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Handicaps als Chance nutzen

Wie ist das, wenn man mit 24 Jahren das Motorrad auf ein Mal mit einem Rollstuhl tauschen muss? (25.05.09)



Diese Frage stellte sich, als ethische Probleme der Intensivmedizin im Religionsunterricht der sechsten Klasse behandelt wurden.

Albert Kisling, Unternehmer, Maturant des BRG im Jahre 1981, Klubobmann der SPÖ- Gemeinderatsfraktion und Krems, Rollstuhlfahrer und Landesobmann im Österreichischen Zivilschutzverband erklärte sich bereit, mit den SchülerInnen der 6B über diese Fragen zu diskutieren. Er scheute sich nicht, auch über seine Verzweiflung zu berichten, als er nach dem Unfall monatelang bewegungslos im Spitalsbett lag, unter unbeschreiblichen Schmerzen litt und seinen gesamten Freundeskreis verlor. Mühsam kämpfte er sich seinen Weg ins Leben zurück, begleitet von seiner Familie und einer Gebetsgruppe des ehemaligen Lehrers am BRG, Gunther Friedrich. Außerdem musste er sich beruflich neu orientieren, denn da die Labors nicht behindertentauglich eingerichtet waren, konnte er sein Pharmaziestudium nicht beenden. Um der von der Versicherung vorgeschlagenen Pensionierung zu entgehen, bildete er sich autodidaktisch am Computer fort und begann an der damaligen Landesakademie – heute Donauuniversität zu arbeiten. Sein „Handicap“ wurde zu seinem Vorteil, denn er nutzte seine Kenntnisse in den beiden Bereichen Informatik und Medizin, um Computerprogramme im medizinischen Bereich zu entwickeln. Heute ist er Besitzer einer erfolgreichen IT-Firma mit 6 Angestellten.

Gute medizinische Versorgung und Rehabilitation sind nicht selbstverständlich, sondern Produkt guter Politik und deshalb begann Albert KIsling sich auch gesellschaftlich zu engagieren, indem er die Umwelt – und Wirtschaftsagenden seiner Partei betreut und mit besonderem Augenmerk auf Menschen mit Handicap politische Maßnahmen fordert und sich für deren Durchführung einsetzt.

Für die SchülerInnen der sechsten Klasse war es faszinierend, zu erfahren, wie jemand einen Schicksalsschlag als Chance nutzen kann, die eigenen Stärken zu entwickeln und seinem Leben Tiefe zu geben. Und für Nikolaus und Sebastian war es eine Begegnung mit „ihrem“ Präsidenten, dem einzigen europäischen Fußballpräsidenten, der zugleich auch Rollstuhlfahrer ist.