Zum Supplierplan Zur Lernplattform Moodle Übersicht der Angebote Kontaktseite
Naturwissenschaften Sprachen Sport Kreatives Soziales Geisteswissenschaften  









BRG auf Facebook Like us on Facebook






    

Die Schönbrunn in Krems

Das Dampfschiff "Schönbrunn" lag eine Woche in Krems/Stein vor Anker. Das nützten zahlreiche Klassen des BRG und Technik zum Angreifen zu bestaunen. (16.06.09)



Zuerst eine kurze Vorstellung der Schönbrunn: Die Schönbrunn wurde 1912 in Budapest gebaut und war als Reserve für ihre bereits verschrotteten Schwesternschiffe Budapest und Wien gedacht. Sie wird oder wurde als "schnellstes Schiff auf der Donau" bezeichnet, was durchaus gerechtfertigt scheint, wenn man sie beim flinken Ablegen beobachtet. In den 50er Jahren wurde sie als Rationalisierungsmaßnahme von Kohle- auf Schwerölfeuerung umgebaut. 1995 wurde der Dampfer von der ÖGEG, der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, vor dem Schneidbrenner gerettet und liegt jetzt einen Großteil des Jahres in Linz vor Anker.
Nun aber zur Technik: Bei der Dampfmaschine handelt sich um eine Zweizylinder-Verbundmaschine. Der Hochdruckzylinder hat einen Durchmesser von 70cm und einen Hub von 120cm. Der Betriebsdruck ist ca. 10Bar. In den Niederdruckzylinder mit 120cm Durchmesser gelangt Dampf mit nur mehr einem Bar, was aber kein Problem ist, weil der Abdampf nicht noch mit einem Restdruck zur Anfachung des Feuers benötigt wird, sondern mit frischem Donauwasser kondensiert wird und so einen Unterdruck erzeugt. Die Maschine liefert normalerweise um die 700PS, im Extremfall sind 1200 möglich. Laut Aussage des Maschinisten ist ihre Höchstleistung aber mit einem 2500 PS Dieselschiff mit Schraubenantrieb vergleichbar.
Der Dampf stammt aus 2 Kesseln, in deren insgesamt 4 Flammrohren Schweröl verbrannt wird. Der Vorrat beträgt üppige 26000 Liter und reicht bei Touristenfahrten mit langen Liegezeiten etwa eine Woche (500l/h im Fahrbetrieb). Gespeist wird mit Donauwasser. Auch für den Klang dieser Dampfmaschine - einem tiefen Donnern oder Grollen – sind primär die Brenner verantwortlich. Der Auspuffschlag, der den Dampfmaschinen der Loks ihren charakteristischen Sound verleiht, fehlt hier mit samt den Schwaden aus Rauch und Dampf. Die wuchtigen Kolbenstangen und Kurbeln arbeiten weitgehend geräuschlos.
Auch wenn die Details einer Dampfmaschine und der Betrieb eines Schiffes über das Niveau einer Unterstufenklasse in Physik hinausgehen, war dieser Lehrausgang zu den Themen Druck, Auftrieb und Wärmelehre sicher beeindruckend – eben Technik zum Anfassen