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Rassismus-Projekt der 6b

Ethische Fragen sind ein Hauptthema des Religionsunterrichts in der sechsten Klasse. Ein auffallendes Merkmal des Rechtsextremismus ist der Fremdenhass und Rassismus. (21.02.06)



Ethische Fragen (wie soll ich handeln?) sind ein Hauptthema des Religionsunterrichts in der sechsten Klasse. Diejenigen SchülerInnen der 6B des BRG Ringstraße, welche den katholischen Religionsunterricht besuchen, erstellten Mindmaps zu Rechts – und Linksextremismus. Ein auffallendes Merkmal des Rechtsextremismus ist der Fremdenhass und Rassismus.

Als Rassismus bezeichnet man die feindliche Haltung gegenüber anderen Menschen, deren Hautfarbe, Religion oder Glaube anders ist als ihrer. Häufig wird auch der Rassismus als Rechtfertigung von Imperialismus oder Kolonialismus hergezogen.
Viele Leute glauben, dass mit Ende der Herrschaft der NSDAP auch der Rassismus ausgestorben sei. Dies ist jedoch falsch. Auch noch heute werden „Farbige“ häufig mit dem so genannten Alltagsrassismus konfrontiert.

Dies war der Anlass für die 6B zu erkunden, ob es in Krems rassistische Auswirkungen gibt. Die SchülerInnen führten Interviews mit dem Gefängnisseelsorger Leszek Urbanowicz in der Justizanstalt Stein, mit Vertretern des Arbeitsamts, der Polizei und des Equal-Projekts, mit einem Sportler des UHK und sie luden Manuela Leoni-Holzinger ein, die über ihre Arbeit mit Jugendlichen im Jugendzentrum Pulverturm berichtete.

Ein großes Problem ist, dass das Programm fast ausschließlich von ausländischen Jugendlichen angenommen werden würde, da inländische Jugendliche wenig bis gar nichts mit den „Ausländern“ zu tun haben wollen. Das ist aber nicht nur Rassismus der Kremser Jugendlichen, sondern liegt auch an der Platznot, die nicht erlaubt, das Gruppen unter sich sein können.

Vorurteile entstehen sehr oft aus Unwissen - einerseits fühlen sich Jugendliche mit MIgrationshintergrund sehr oft unterdrückt oder können sich nicht anpassen, da ihnen die Kontakte zu Einheimischen fehlen. Aus dieser Unsicherheit treten sie in Gruppen auf oder scheinen für uns oft „overdressed“, um nicht als arme schäbige Ausländer zu gelten. Andererseits bemühen sich ÖsterreicherInnen oft zu wenig, andere Lebensweisen zu verstehen oder sind zu intolerant.

Bei diesem Gespräch entstand die Idee gemeinsame Workshops in Schulen zu veranstalten, in denen sich KremserInnen und Jugendliche mit Migrationshintergrund über ihre Lebensweise, Interessen, Hobbies, Familie, Religion etc. austauschen können.

Allgemein entstand der Eindruck, dass der Rassismus in Krems nicht so stark ist, wobei manche Vertreter vielleicht auch ihre Institution nicht schlecht machen wollten. Gerade das Service des Arbeitsamts für MigrantInnen, das Equal-Projekt und die engagierte Arbeit des Pulverturmteams helfen aber, dass sich Krems zu einer multikulturellen Stadt ohne zu große Spannungen entwickelt.

Bezirkspolizeikommando Krems


Am 11. Oktober besuchten Schüler der 6B den am Bezirkspolizeikommando Krems beschäftigten Bezirksinspektor Horst Todt. Die Erkundungen über Ausländer, Kriminalität durch Ausländer und ähnliche Themen verliefen erfolgreich:
Wie viele Prozent der Verbrechen werden von Ausländern verübt?
Ein geringer Prozentsatz. Man kann das auch schwer sagen, da man die Täter nicht immer aufspüren kann. Es gibt zwar Video-, Telefonüberwachungen usw. aber dafür müsste man Wachen platzieren und dafür einstellen, was wir uns nicht „leisten“ können. Wenn man ausländische Verbrecher festnimmt, sprechen sie auch prinzipiell nicht, also kann man ihnen nur die Tat nachschreiben, bei der man sie ertappt hat.

Welche Nationalitäten und Altersklassen überwiegen?
Also durch die Öffnung im Osten gibt es vermehrt Verbrechen durch Leute aus Rumänien, der Ukraine, Georgien und Tschetschenien. Ich würde sagen es sind etwa 18-35 jährige, eher junge Leute, aber so genau kann man das nicht sagen. Die Gruppen sind gut organisiert und körperlich topfit, also ist eine Verfolgungsjagd in den meisten Fällen ausgeschlossen, auch wenn die sportlichen Polizisten im Einsatz sind.

Ist die Rate der Verbrechen von Ausländern stagnierend, fallend oder steigend?
Die Rate der Eigentumsdelikte, der Einbrüche ist steigend, allgemein ist sie jedoch sinkend. Raten müssen sehr behutsam betrachtet werden und Statistiken sagen meist nichts aus.


ANTI – Rassismus Projekt der 6b

Im November 2005 besuchte uns, die Religionsgruppe der 6b, im Rahmen des ANTI – Rassismus Projekts eine gebürtige Bosnierin namens Azra Catic. Sie lebt seit nunmehr 15 Jahren in Österreich und schilderte uns einige Situationen aus ihrem Beruf und Alltag, in denen sie Rassismus erlebte.

Unter ihren vielen Berichten fanden wir folgenden besonders einprägsam: Die in einer Sport 2000 Filiale tätige Fr. Catic bediente an einem ganz gewöhnlichen Tag eine Kundin über eine halbe Stunde lang. Doch nach dem Beratungsgespräch verließ die Dame mit diesem Kommentar das Geschäft: „Ich würde die Ware ja sehr gerne nehmen, aber jetzt tue ich das nicht, da ich aus Prinzip nichts von Ausländern kaufe.“ Frau Catic nahm die Situation gelassen hin und meinte nur, dass das nicht ihr Problem sei, sondern das der Kundin und wünschte der Frau noch einen schönen Tag.

Weiters erklärte unser Gast das „EQUAL – Projekt: Die Gemeinschaftsinitiative EQUAL „Verschiedene Herkunft - Ge-meinsame Zukunft“ wird einerseits aus dem Europäischen Sozialfond und andererseits aus nationalen Mitteln finanziert. Das Ziel dieser Initiative, ist neue Wege zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt zu finden und zu erproben.
Speziell in Krems und Umgebung hat das Projekt schon einige Erfolge vorzuweisen. Es gibt interkulturelle Gesprächskreise und einen Begegnungsraum in Lerchenfeld. Jede ethnische Gruppe hat Vertrauenspersonen gewählt, die ihre Anliegen gegenüber der Stadtgemeinde vertritt.
Ein Integrationsleitbild wurde erstellt, von dem schon einige Maßnahmen umgesetzt sind wie die muttersprachliche Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund in den Kindergärten, ein jährliches Begegnungsfest und Dolmetscher für Krankenhauspatienten.
Monatlich treffen sich Angehöriger verschiedener Religionen, um im Dialog voneinander zu lernen. Diese Gruppe konnte dann auch im Dezember 2005 gemeinsam die Eröffnung eines Gebetsraums für Moslems im Kremser Krankenhaus feiern. Auch in den Orten rund um Krems wurden kleine Feste veranstaltet, um die Einheimischen mit Ausländern bekannt zu machen, um so unnötige Schranken und somit Probleme zwischen die Menschen abzubauen.
Abschließend wollen wir noch festhalten, dass uns diese Unterrichtsstunde der außergewöhnlichen Art, einen realistischen Einblick in das Thema „Rassismus“ verschafft hat und somit wollen wir uns noch einmal bei Asra Catic bedanken.

Von Bernadette Czerniak und Doris Lechner

Sport: Martin Hrib (CZE), UHK KREMS


Am 4.Oktober 2005 konnten wir mit Martin Hrib, einem Spieler des UHK (Union Handballsportklub Krems), ein Interview über Rassismus im Sport führen. Obwohl es gerade im Sport immer wieder zu rassistischen Ausschreitungen kommt, ist der Tscheche Martin Hrib selbst noch nie Opfer rassistischer Bemerkungen, Andeutungen oder Beleidigungen in der österreichischen Handballliga geworden.

Wie lange spielen Sie schon Handball?
Hmm… angefangen habe ich mit 6 Jahren, das sind dann 21 Jahre!

Seit wann sind Sie in Österreich?
Ich war vorher in Wien und Stockerau. Mit 22 Jahren bin ich nach Österreich gekommen, damals mit einem Spieler und meiner Freundin nach Stockerau, weil der Trainer auch Trainer von der Tschechei war. Mittlerweile bin ich die 5. Saison in Österreich.

Seit wann sind Sie in Krems/ spielen Sie für Krems?
Seit 2 Jahren. Die Atmosphäre hier ist gut, so wie auch in Stockerau, dem zweiten österreichischen Klub, für den ich bereits gespielt habe.

Warum überhaupt Österreich?
Ich habe ein Angebot bekommen. Vorher habe ich professionellen Handball in der Tschechei gespielt und habe dann zwei Auslandsangebote bekommen, von Dänemark und von Österreich. Da ich gerne im Ausland spiele, habe ich mich für Österreich entschieden, weil das nicht so weit weg ist.

Warum Krems? UHK?
Ja, ich habe in Stockerau gespielt, aber in Stockerau hat es dann zu wenig Geld gegeben, sie waren bankrott und ich habe ein Angebot vom UHK bekommen.

Wie ist die Situation in Krems?
Ja, jetzt ist sie, glaube ich gut. Letztes Jahr war sie wahrscheinlich noch besser, da haben wir gut gespielt, jetzt haben wir öfter verloren, aber es passt so! Auch in Stockerau habe ich auch überhaupt keine Probleme gehabt.

Gibt es Diskriminierungen im Sport?
Ich muss sagen, ich spiele Handball seit über 20 Jahren und das habe ich noch nicht gesehen oder so. Jetzt ist es noch besser mit unserem Trainer Tiefenböck (Anm.: Das Interview wurde vor der Ablöse von Trainer Tiefenböck gemacht, der auch die Kontakte zum UHK für uns herstellte), da wird viel gesprochen. Wie ich gekommen bin, da hat es die EU noch nicht gegeben. Ich hatte keine Probleme bei Krems, aber Angst. Und jetzt ist das überhaupt kein Problem mehr.

Also war es in Tschechien genauso wie hier?
Ja das ist dasselbe. Im Nationalteam in der Tschechei (zum Beispiel gegen Rumänien) gibt es auch Beschimpfungen, aber so ist der Sport.

Treten rassistische Beschimpfungen von Fans auf?
Ich glaube, dass es eher aus der Emotion heraus geschieht und nicht bösartig gemeint ist, wenn jemand schreit: „du depperter Tscheche“ oder „du depperter Jugo“. Auch die Sponsoren machen keinen Unterschied, ob man Österreicher oder Ausländer ist.

Sehen Sie Ihre Zukunft in Krems oder bevorzugen Sie doch wieder Tschechien?
Ich gehe sicher zurück in die Tschechei. Wenn meine Karriere beendet ist, gehe ich sicher.

Bis die Handballkarriere beendet ist, bleiben sie noch in Österreich?
Ja, wenn alles passt, spiele ich zu Ende vielleicht noch 2. oder 3. Liga in der Tschechei, nur zum Spaß.

Und jetzt wohnen Sie aber schon in Krems, oder?
Jetzt wohne ich in Krems. ?

Wie oft kommen sie noch nach Tschechien
Puuh, schwer zu sagen, einmal pro Monat fahre ich am Wochenende noch heim. Wenn wir zum Beispiel am Freitag spielen habe ich Zeit, dann fahre ich heim.

Sie wohnen jetzt mit Ihrer Familie da?
Mit meiner Frau, Freundin! (lacht)

Und es würde Ihnen auch keine Vorteile bringe, die österreichische Staatsbürgerschaft aufzunehmen?
Nein, ich habe dieses Angebot letztes Jahr von Krems gekriegt, ich habe Vor – und Nachteile abgewogen. Für Krems wäre es sicher besser, denn dann könnten sie nur mit drei Ausländern spielen, da könnte er noch einen holen, der UHK. Aber für mich ist das egal.

AMS - AUSLÄNDERBERATUNG


Immigranten haben es oft schwer in der österreichischen Arbeitswelt Fuß zu fassen. Um ihnen diesen Weg zu erleichtern, bietet das Arbeitsmarktservice eine spezielle Ausländerberatung an. Hier werden Immigranten nicht nur beraten, sondern haben auch die Möglichkeit, an kostenlosen Kursen und Schulungen teilzunehmen. Besonders Deutschkurse sind hier von großer Wichtigkeit, da bei vielen Berufen rudimentäre Deutschkenntnisse nicht ausreichen. Ein weiteres Tätigkeitsfeld der AMS-Ausländerberatung ist die Vermittlung von Jobs.
Dass manche Arbeitgeber Ausländer aus rassistischen Gründen nicht einstellen, geben diese natürlich nicht zu, doch es ist bewiesen, dass muslimische Frauen, die Kopftücher tragen, besonders große Schwierigkeiten bei der Jobsuche haben. Das AMS bemüht sich Immigranten beim Eintritt in die Berufstätigkeit zu helfen, doch das Engagement muss auch auf Seiten der Ausländer liegen.

Besuch in der Strafvollzugsanstalt Stein


Am Mittwoch, den 16.11.2005, besuchten wir (Julie, Stephi, Sabi, Felix) die Strafvollzugsanstalt in Stein. Anlässlich eines Rassismusprojektes hatten wir die Möglichkeit mit dem Gefängnisseelsorger Leszek Urbanowicz ein paar Worte zu wechseln. Wir erfuhren, dass die Gefangenen in ihren Zellen manchmal auch Fernseher, Radio und Computer haben, vorausgesetzt sie besitzen die finanziellen Mittel dafür. Die Zellen sind relativ klein, diese müssen sich die Gefangenen teilen oder sie haben Einzelzellen. Besonders gefährliche Insassen wohnen in einem eigenen Trakt.
Der Seelsorger betreut die Gefangenen, indem er mit ihnen Messe feiert, gemeinsame Gebete und Gesprächskreise organisiert und auch für Einzelgespräche offen ist.
Die Atmosphäre im Gefängnis ist relativ harmonisch – Todesfälle passieren immer wieder, was aber bei der großen Zahl an Gefangenen und der ungesunden Lebensweise passieren kann und nicht auf Misshandlungen zurückzuführen ist (durchschnittlich gibt es einen in zwei Jahren).
Diskriminierungen der Insassen kommen immer wieder vereinzelt vor, die Justizbeamten machen jedoch keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Gruppen. Doch die Gefangenen selbst organisieren sich in Nationalitätengruppen, zwischen denen es zu Reibereien kommt, oft auch weil sie sich sprachlich nicht verständigen können.

Wir danken dem Seelsorger für seine Bereitschaft, uns Auskunft zu erteilen, vermuten aber, dass er etwas beschönigt hat, um uns einen guten Eindruck zu vermitteln.
Wir glauben kaum, dass alles so reibungslos über die Bühne geht und dass es wahrscheinlich immer wieder Vorfälle von rassistischen Bemerkungen und Taten gibt, die der Priester aber vermutlich auch nicht erfährt.
Dennoch war es sehr aufregend in einer Umgebung zu sein, die den meisten von uns verborgen bleibt (Gott sei Dank!).

Sabrina Schadinger, Julia Sattler, Stephanie Maurer, Felix Tiefenbacher