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STALAG XVII B

Exkursion in das Kriegsgefangenenlager
Im Rahmen mehrerer Gedenkveranstaltungen am BRG anlässlich 60 Jahre Kriegsende, unternahmen die Schüler und Schülerinnen eine Exkursion ins ehemalige Kriegsgefangenenlager. (13.03.05)



Im Rahmen mehrerer Gedenkveranstaltungen am BRG anlässlich 60 Jahre Kriegsende, unternahmen die Schüler und Schülerinnen der 4a und 4c am 13. März 2005 mit Frau Prof. Streibel und Unterrichtspraktikantin Wojta eine Exkursion in das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag XVII B nach Krems-Gneixendorf. Erstmals nahmen auch Eltern an der Schulveranstaltung teil.

Im Bereich des heutigen Flugplatzes befand sich zwischen 1939 und 1945 eines der größten Kriegsgefangenenlager des Dritten Reiches und das zweitgrößte Lager der Ostmark. 66 000 Kriegsgefangene aus unterschiedlichen Ländern waren bis zu ihrer Befreiung durch die Rote Armee im Lager inhaftiert. Rassenideologische Unterscheidungen innerhalb der Gefangenen bescherten sowjetischen Gefangenen das beschwerlichste Lagerleben. Ein großer Teil der Internierten wurde in Arbeitskommandos außerhalb des Lagers eingesetzt.
Heute kennen viele Menschen Stalag XVII B nicht mehr, da das Lager nach dem Kriegsende abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht wurde. Im Zuge unseres Lagerrundgangs, unter der fachkundigen Leitung von Mag. Gmeiner, konnten wir jedoch zahlreiche Spuren im Gestrüpp erkennen: Stacheldrahtstücke, Fundamentreste, ehemalige Lagerstraßen. An den Eckpunkten des Lagers rufen Gedenktafeln zum Erinnern auf.
In knöcheltiefen Schnee versinkend, konnten wir ansatzweise die missliche Lage der vielfach unzulänglich bekleideten Gefangenen nachempfinden. Wie aus den Erinnerungen eines ehemaligen Kriegsgefangenen hervorgeht, verlangten den Inhaftierten in erster Linie die Typhus Erkrankungen viel Kraft ab. Dimitrij Cirov aus Kasachstan hat aber nicht nur schlechte Erinnerungen an Stalag XVII B. Er schreibt: „Uns, die 2500 sowjetischen Kriegsgefangenen, brachte man am 25. November 1944 in dieses Lager. Zwei Wochen später brach in unserem Sektor Typhus aus – als Folge unseres ungeheuerlichen Lausbefalls […]. Mich rettete Gott. Im Lager XVII B wurden meine bescheidenen Deutschkenntnisse benötigt, sodass ich bereits im Dezember, noch vor Ausbruch der Typhusepidemie, in ein Arbeitskommando nach St. Pölten verlegt wurde. Am 29. Juli 1942 [wurde ich] in das lediglich sieben Kilometer entfernte Kommando von Gedersdorf überstellt. […] Natürlich war die Arbeit nicht gerade leicht und dauerte vom Morgen bis zum Abend. Aber auch meine Hausherrn verrichteten neben mir ihre Arbeit. Wie alle meine bei 15 weiteren Gedersdorfer Familien arbeitenden Kameraden ließen auch sie mich gemeinsam mit ihnen an einem Tisch essen. Es gab keine Konflikte und nicht einmal Missverständnisse.“

Im Anschluss an den Lagerrundgang präsentierte uns Mag. Gmeiner ausgesuchte Photos seiner umfangreichen Sammlung über Stalag XVII B, so dass wir einen anschaulichen Einblick in den Lageralltag gewannen.