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Die Vergangenheit in Erinnerung behalten!

Die 4.Klassen beschäftigten sich mit einem düsteren Kapitel der österreichischen Geschichte. Zum Abschluss des Projekts wurde eine Zeitzeugin eingeladen und das ehemalige KZ Mauthausen besichtigt. (05.05.04)



Anna Plaim
Zimmermädchen Hitlers

Über 80 Jahre ist die rüstige Anna Plaim. Die Loosdorferin verbrachte 1 Jahr als Angestellte Hitlers – als Zimmermädchen am Obersalzberg, Hitlers Sommerresidenz. Am 3.Mai 2004 besuchte sie als Zeitzeugin zum Nationalsozialismus die Klassen 4b, 4d und 4e und berichtete eine Stunde lang über die privaten Verhältnisse des ehemaligen Führers. Sie ist auch im ständigen Kontakt mit seiner geheimen Liebe Eva Braun gestanden. Anna Plaim blieb noch eine weitere Stunde und bestritt mit uns eine von Frau Mag. Gerda Wöber organisierte Diskussions-Veranstaltung. Hitler war beispielsweise in Annas Anwesenheit nur einmal auf dem Obersalzberg gewesen. Ihre erste Begegnung war für sie sehr überraschend – er sprach sie mit ihrem Namen an, obwohl sie sich einander nicht vorgestellt worden sind. Am Obersalzberg ging es zu Annas Zeiten friedlich zu. Sie bekam auch teils politische Gespräche und Vereinbarung mit – Briefe oder Telefonate, welche politische Inhalte hatten, durfte sie allerdings nicht senden oder führen. Viele Jahrzehnte nachdem der Nationalsozialismus begraben worden war, traute sich die Frau erstmals an die Öffentlichkeit zu gehen. Fernseh-Reportagen, Zeitungsartikel, selbst ein eigenes Buch wurden publik gemacht. Heute kann Anna Plaim locker und offen über ihre Erfahrungen sprechen, ohne Angst zu haben verfolgt zu werden. Alles in allem ein erfolgreicher und informativer Vormittag mit einer ehemaligen Angestellten Hitlers.

Georg Mantler, 4b

KZ-Mauthausen
Schreckens-Lager unter Hitler

Eindrücke, die man nie wieder vergisst. Die 4b besuchte am 4.Mai 2004 das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen (OÖ). Tausende Menschen wurden dort hingerichtet, schikaniert, ihnen das Menschliche genommen. Am 12. Mai 1938 wurde dieses grausame Areal mit Gaskammer, heiß/kalt-Dusche, Steinbruch und Verbrennungsöfen in Betrieb genommen. Über 73.000 Menschen lebten insgesamt in 7 Jahren in den Gebäuden und Baracken des KZs. Viele Details konnten bei der Exkursion, veranstaltet von Frau Mag. Elisabeth Streibel, entdeckt und gehört werden. Zum Beispiel, dass ein ehemaliger Löschteich für die SS-Soldaten als Swimming-Pool genutzt wurde, während Massenmord in den nur wenige 100 Meter entfernten Gebäuden betrieben wurde; oder dass es sogar ein Bordell für höhergestellte Häftlinge und auch unerlaubt für SS-Leute gab. Ein anderer Punkt ist, dass über 100 Häftlinge von Block 20 flüchten wollten. Die sogenannte Mühlviertler Hasenjagd konnten gerade einmal 10 Personen überleben. Ziel des damaligen Regimes war – Tod durch Arbeit. Die Führung, welche die Schüler miterlebten, spiegelte den Leidensweg der Menschen (95% waren unschuldig) wieder: Vom bloßen Ausziehen der Gewänder, über die eiskalte und anschließend siedend heiße Dusche, die neue Gewandausgabe (eigene KZ-Kleidung), die Registrierung (den Menschen wurden Nummern zugeteilt – sie wurden ausschließlich per Nummer angesprochen), die Schwerstarbeit im Steinbruch ohne genügend Nahrung und Wasser bis hin zur Ermordung durch beispielsweise die Gaskammer oder durch Hängen. Dann wurden die Menschen verbrannt. Dieser Weg wurde stationsweise abgegangen. Viele Menschen starben schon vor der Ermordung an Hunger, Durst und an der enorm schweren Arbeit im Steinbruch. Jeder Schwerarbeiter benötigt heute über 4000 Kilo- Kalorien – sie bekamen gerade einmal etwas mehr als ein Viertel davon. Der Abbau der Steinwände sollte für die Erschaffung eines neuen Linz dienen. Dort wollte sich Hitler Prunkbauten errichten lassen und die Stadt als seinen Alterssitz gestalten. Dazu kam es aber nie... Österreichische und deutsche Häftlinge wurden größtenteils noch besser behandelt als beispielsweise Slawen. In den notdürftigen Unterkünften – genannt Baracken – wurde die Menschen zu Hunderten in kleinen Stockbetten untergebracht. Oft lagen sie zu dritt in einem Bett. Durch fehlende Sanitäranlagen verrichteten die Menschen oft auch ihre Notdurft in das Bett – der darunter Liegende spürte dies ebenfalls; darum waren die oberen Betten begehrter als die darunter. Auch das Essen ließ zu wünschen übrig: morgens 1/2 Liter Tee oder Kaffeeersatz; mittags Steckrübensuppe oder Frischgemüse manchmal mit 20g Fleisch und abends 300-400g Graubrot mit Wurst, Butter, Margarine, Marmelade oder Topfen. Eine schreckliche Zeit, die heute unvorstellbar ist.

Georg Mantler, 4b