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Kindersoldatin zu Gast am BRG Krems

Die ehemalige Kindersoldatin China Keitetsi war am 11.3.2004 zu Gast am BRG Ringstraße und berichtete auf mutige und beeindruckende Weise von ihrem tragischen Leben. (13.03.04)



Bereits mit neun Jahren wurde China auf der Flucht vor den Misshandlungen ihres Vaters von der Rebellenarmee rekrutiert, der sie jahrelang Gehorsam leisten musste. „Sie haben uns ein Gewehr gegeben und sagten, es sei unsere Muter. Wir wurden zu dem Gewehr und das Gewehr wurde wir.“ Die meisten ihrer KameradInnen sind heute tot, viele von ihnen begingen Selbstmord. Sie konnten nicht einmal traurig sein oder weinen, denn „wen hätte es gekümmert?“
Die Kindersoldaten dienten vor allem als Leibwächter, denn die Offiziere konnten ihnen vertrauen. Es war einfach, ihnen Anweisungen zu erteilen und die Mädchen wurden oft auch sexuell missbraucht. Mit 19 Jahren gelang China Keitetsi die Flucht nach Südafrika, wo sie aber vom ugandischen Geheimdienst aufgespürt wurde. Mit Hilfe der UNO kam sie nach Dänemark, wo sie heute lebt, arbeitet und psychologisch betreut wurde. Es ist ihr gelungen eines ihrer beiden Kinder ausfindig zu machen und so wird sie im Herbst ihren Sohn in die Arme schließen können.
In ihrem Buch „Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr“, das in der Schulbibliothek entlehnt werden kann, hat China Fragmente ihrer Erinnerungen niedergeschrieben. Sie appelliert an ehemalige GuerillakämpferInnen, die nun regieren, den Einsatz weiterer Kindersoldaten zu verhindern. Auch die Waffenindustrie profitiert davon, indem sie leichte und besonders billige Kleinwaffen für KindersoldatInnen entwickelt hat. China will den Menschen die Augen öffnen und sendet damit gleichzeitig einen Hilferuf aus gegen den Einsatz von Kindersoldaten, der auch von der Jugendorganisation von Amnesty International: Young amnesty mit einer Ausstellung, die auch im BRG zu besichtigen war, unterstützt wird.
Die OberstufenschülerInnen waren sehr berührt von Chinas Bericht und nutzten die Begegnung für viele Fragen.