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Exkursionen zu den Stromerzeugern

Die 8.Klasssen des Wahlpflichtfachs SPP wissen jetzt genau, wie der Strom in die Steckdose kommt. (07.04.11)



Kraftwerk Theiß mit Umspannwerk: Zuerst besichtigten die SchülerInnen das Umspannwerk. Seine Aufgabe ist, den im Wärmekraftwerk erzeugten Strom für den Weitertransport auf 110kV oder 400kV hinaufzutransformieren.
Zur allgemeinen Verwunderung funktioniert die Anlage komplett ferngesteuert – von der EVN-Zentrale in Maria Enzersdorf. (Der Umstand, dass diverse Anlagen der E-Werke zumindest in der Nacht nicht mehr mit Personal besetzt sind, zog sich durch fast alle Exkursionsziele.) Die Umspannwerke werden nur mehr zu bestimmten Terminen kontrolliert, speziell um die Schäden durch Metalldiebstähle zu beseitigen!
Natürlich hat sich auch an der Technik vor Ort einiges geändert. Die „Schalter“, bei deren Betätigung knisternde Funken mit Längen von einem halben Meter und mehr entstehen, sind nur mehr als gut sichtbare Unterbrechung der Stromleitung bei Wartungsarbeiten in Verwendung. Unter Last erfolgt der Schaltvorgang durch Kontakte in einer Spezialflüssigkeit, die die schädlichen Lichtbögen unterdrückt. Gerade ein kleiner Knall ist zu hören, das ist alles.
Im Kraftwerk selber besichtigte die Gruppe nach einem kurzen Vortrag die relativ neue Gasturbine und Teile der Rauchgasentschwefelung.
Speicherkraftwerk Ottenstein: Nach einem Film über den Bau der Kampkette (KW Ottenstein, Krumau und Wegscheid) gab es eine kurze Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Pumpspeicherkraftwerken. Die von Anfang an eingebaute Pumpfunktion wurde nämlich eine ganze Zeit lang nur sporadisch verwendet. Heute, am liberalisierten Strommarkt, ist diese Art der Stromspeicherung aber wieder hochaktuell.
Anschließend besuchten wir das Maschinenhaus, in dem gerade die 4 Generatoren (natürlich ferngesteuert) abgeschaltet wurden, da die mittägliche Verbrauchsspitze vorüber war. In der Staumauer selber gab es neben Ummengen Beton auch Hightech zu sehen. Mit einem rund 70m langen, elektronisch vermessenen Pendel wird jede Bewegung der Mauer erfasst. Was primär der Erkennung von Problemen mit dem Bauwerk dient, zeigt eigentlich immer nur jahreszeitlich temperaturbedingte Bewegungen (2-3cm wegen der Wärmedehnung des Betons) oder Erdbeben an. Das Beben in Japan - wenige Tage vor der Exkursion – löste sogar einen (kleinen) Alarm aus. Nicht dass die Mauer in Gefahr war, aber wären Bewegungen dieser Größenordnung ohne äußere Krafteinwirkung passiert, so wäre das durchaus Grund zur Besorgnis gewesen.
„Museums“ - Atomkraftwerk Zwentendorf: Unerwartete Aktualität des schon länger geplanten Besuchs des Kraftwerks Zwentendorf bekam diese Exkursion durch den mehrfachen Reaktorunfall im japanischen Fukushima. Auch wenn die Medienberichte über die identische Bauweise der Kernreaktoren maßlos übertrieben sind (nur der Typ Siedewasserreaktor ist gleich), so konnten die Besucher einen guten Eindruck von der Technik hinter einem Reaktor mitnehmen. Klar wurde, wieso die Kühlung so wichtig ist, wieso man nicht einfach den Reaktor abschalten kann und wie viel Dinge zu bedenken sind, um einen verhältnismäßig sicheren Betrieb zu gewährleisten. Auch wenn für alle erdenklichen Störungen Maßnahmen vorgesehen sind, so bleiben immer noch die nicht vorhergesehenen Probleme und der Faktor Mensch (oftmals in Form eines Managers, der die Aktionäre eher berücksichtigt, als die Menschen in der unmittelbaren Umgebung des Kraftwerks). Auch wenn man die filmisch dokumentierte Aufbruchstimmung anlässlich des Kraftwerkbaus nach der Führung immer noch nicht teilen kann, so sollte das durchdachte Konzept eines AKWs doch dafür sorgen, dass keine unmittelbare Panik wegen der Existenz diverser Atommeiler ausbrechen muss. Eine gesunde Skepsis gegenüber der Atomkraft bleibt jedenfalls erhalten und spornt hoffentlich zum Energiesparen und Anwenden erneuerbarer Energien an.
Donaukraftwerk Altenwörth: Für Österreich der Klassiker schlechthin: Stromerzeugung aus Wasserkraft. 9 Donaukraftwerke liefern Österreich eine beträchtliche Menge an relativ sauberem Strom, der den Gesamtbedarf jedoch nicht annähernd decken kann. Neben den imposanten Bauwerken und Maschinen – die ganze Donau fließt in Altenwörth durch 9 Rohre mit darin eingebauten Kaplanturbinen - ist für den inzwischen geübten Kraftwerksbesucher das ganze Beiwerk eines Donaukraftwerks ebenfalls beeindruckend: Schleusen für die Schifffahrt, Wehranlagen, die beim Ausfall einer Turbine oder bei Hochwasser das Flusswasser ableiten und die kilometerlangen Dämme mit Pumpwerken und Bewässerungskanälen für die umliegende Au. Auch wenn man der Technik des 20 Jahrhunderts die gewaltigen Erdbewegungen und Betonierarbeiten ohne Zögern zutraut, die Erstellung des Gesamtkonzepts ist doch beachtenswert.


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