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Geburtstagsfest für das BRG

Genau 150 Jahre nach dem ersten Festakt, am 15. Oktober 1863, der Eröffnung der damaligen Realschule, wurde nun Jubiläum gefeiert. (15.10.13)



In der Aula hatten sich das Kollegium, ElternvertreterInnen, KlassensprecherInnen und deren Verteter, der Schulsprecher und viele Ehrengäste versammelt, um gemeinsam zu feiern. Unter den Ehrengästen war in Vertretung des Landeshauptmanns der Präsident des niederösterreichischen Landtags, Ing. Hans Penz, der Bürgermeister Dr. Reinhard Resch, einige Gemeinderäte, die gleichzeitig auch Absolventen des BRG waren, die Vizepräsidentin des Landesschulrats, Beate Raabe-Schasching und die für das BRG zuständige Landesschulinspektorin, Mag.a. Brigitte Wöhrer gekommen.

Bürgermeister Dr. Reinhard Resch erinnerte an die Geschichte der Schule und die Tatsache, dass die damalige Realschule auch auf eine Initiative der Kremser Kaufleute zurückging, die um eine gute Ausbildung im technisch-kaufmännischen Bereich bemüht waren. Und auch damals gab es schon Konkurrenz zwischen den beiden im Zentralraum gelegenen Städten Krems und St. Pölten. Krems bekam den Auftrag, die Schule zu bauen und wurde mit Geld– und Sachspenden der Niederösterreichischen Betriebe unterstützt.
Einer der erfolgreichsten Absolventen, Universitätsprofessor Dr. Gerhard Herndl, Meeresbiologe und Wittgensteinpreisträger, plädierte für eine umfassende, breit angelegte Bildung, die sich nicht allzu früh spezialisiert und führte damit aus, was eine der SchülerInnen in ihrem Statement bekannte: „Ich mag das BRG, weil hier auch Platz für meine Unentschlossenheit ist.“
Die Buntheit und Vielfalt und vor allem das soziale Engagement in vielen Belangen kamen in den Reden der GratulantInnen immer wieder vor.
Direktor Kefeder gab ein klares Statement für starke Gymnasien, aber auch für ebenso starke Mittelschulen ab und meinte, dass es vor allem darum ginge, ideologische Grabenkämpfe zu vermeiden. Jedes pädagogische Handeln habe beim einzelnen Kind anzusetzen, bei seinen Möglichkeiten und seiner Begabung.
Obwohl das BRG naturwissenschaftlich ausgerichtet ist, konnte das Programm durch künstlerische Darbietungen aufgelockert werden: ein gerappter Zauberlehrling, der vergessen geglaubte Gedichtzeilen bei den erwachsenen Besuchern hervorrief ebenso wie Violin- und Saxophonmusik von Mitgliedern des Kollegiums. Zum Abschluss wurde gemeinsam „Gaudeamus igitur“ gesungen, bevor es zum Büffet ging, das interessante Gespräche und berührende Begegnungen bot: der älteste Absolvent, Gerd Stipek mit 91 Jahren, unterhielt sich mit dem Sohn des ehemaligen Direktors, Dr. Heinz Badstuber, aber auch mit dem 81 Jahre jüngeren Paul Peutz, der voraussichtlich auch das 200 Jahr Jubiläum feiern wird.


Festrede von Prof. Dr. Gerhard Herndl

Sehr geehrte Festgäste, liebes Professorenkollegium, liebe Schülerinnen u Schüler!

Als ich Ende Mai 1974 diese Schule nach bestandener Matura verließ, dachte ich nicht, dass ich eingeladen werden, würde zur 150-Jahr-Feier des BRG Krems.

Das BRG Krems hat sich baulich enorm verändert in diesen 40 Jahren. Auch die Rahmenbedingungen haben sich verändert.
Europa ist am Weg zur Wissengesellschaft, Produktion und Industrie werden zunehmend nach China und SO-Asien ausgelagert;
Was bleibt dann für uns zu tun?
Nur eine Wissensgesellschaft kann Prosperität der Gemeinschaft, des Staates, sicherstellen; eine Wissensgesellschaft, die Know-how und Erkenntnis generiert.

Unsere Bildungseinrichtungen, Gymnasien, Mittelschulen, Hochschulen und Universitäten spielen hierbei die tragenden Rollen.
Genau diese Bildungseinrichtungen sind nun aber seit Jahren, Jahrzehnten, im Zentrum politischer Auseinandersetzung.
Dies hat zu einer Pattstellung geführt, die es unmöglich macht, substantielle und notwendige Reformen im Bildungsbereich durchzuführen; dies trotz des notorisch schlechten Abschneidens in den Pisa-Tests unserer Schüler, aber auch der Erwachsenen.

Unsere Schulen und Universitäten müssen aus der Parteipolitik herausgenommen werden, Experten sollen moderne Konzepte entwickeln, die sich an den sozio-ökonomischen Veränderungen orientieren, die wir in den letzten Jahrzehnten erfahren haben.

Dazu gehören, meiner Meinung nach Ganztagsschulen und eine Vielfalt im Bildungsangebot mit leistungsfähigen Gymnasien, wo die Grundlagen der Natur- und Geisteswissenschaften im Sinne einer umfassenden humanistischen Bildung gelehrt werden.

Als ich hier ins BRG Krems ging, war ich vorwiegend an Biologie + Chemie interessiert, an anderen Fächern wie Mathematik, Physik und Englisch weit weniger. Heute benötige ich als Wissenschaftler, als Mikrobieller Ozeanograph und Meeresbiologe all die Grundlagen, die am BRG gelehrt wurden. Wissenschaft wird immer interdisziplinärer, klassische monodisziplinäre Wissenschaften werden seltener, die großen Innovationen in der Forschung kommen von inter- und multidisziplinären Teams an Forschern.

Die Grundlage, mehr als nur die eigene Wissenschaftsdisziplin zu verstehen, wird an Gymnasien gelegt. Verschränktes problemorientiertes Lernen ist mehr als nur ein Schlagwort, sondern garantiert, dass die SchülerInnen verstehen, dass man verschiedene Fächer gleichzeitig braucht in einer zunehmend komplexer werdenden Welt, um Probleme zu lösen.

Das BRG Krems ist ausgezeichnet aufgestellt den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen und viele zukünftige Generationen Natur- und Geisteswissenschaften zu vermitteln und sie umfassend humanistisch zu bilden.

In diesem Sinne wünsche ich dem BRG Krems, dem Lehrpersonal, den SchülerInnen weiterhin viel Erfolg, sodass wie in der Vergangenheit auch, den Herausforderungen unserer Gesellschaft offensiv begegnet werden kann.



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