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Schlüsselübergabe am BRG

Am 25. September fand die Schlüsselübergabe Von Dir. Hans Angerer an Dir. Herbert Kefeder im Rahmen einer Feier statt. (25.09.09)



Schlüsselübergabe am BRG

Am Freitag,dem 25.September 2009 wurde der Direktorenwechsel im BRG, der zwar schon am 1.August erfolgt war, nun auch gebührend gefeiert. Das Fest war gekrönt von der Verleihung des Amtstitels Hofrat sowohl an den scheidenden Direktor, Dr. Hans Angerer, als auch an den neuen Direktor, Dr. Herbert Kefeder.

DirektorenkollegInnen aus ganz Niederösterreich, zahlreiche Angehörige des Landesschulrats, der Standesvertretung, der Kremser Politik, Eltern- und Schülervertreter und vor allem das Lehrerkollegium und auch die schon in Ruhe befindlichen KollegInnen waren gekommen, um die Verdienste von Dir. Angerer zu würdigen und ihm zu danken.

Der Reigen der Reden wurde von Landesschulinspektorin Maga. Brigitte Wöhrer eröffnet, welche die pädagogischen Verdienste des scheidenden Direktors lobte und ihm dann gemeinsam mit Landesschulinspektor Mag. Rainer Ristl das Dekret über die Auszeichnung zum Hofrat überreichte. Auch der neue Direktor, Dr. Herbert Kefeder, wurde für seine Tätigkeit am Gymnasium Horn mit dieser Ehrung bedacht.
Die Abgeordnete zum Nationalrat und Vizepräsidentin des NÖ Landesschulrats verwies auf die hohe Kompetenz Hans Angerers, die sich nicht nur in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, sondern auch als Erwachsenenbildner zeigte, denn er ist über den Rahmen der Volkshochschule Krems hinaus auch im Verband der Volkshochschulen Niederösterreichs tätig und wurde dafür mit dem Kulturpreis des Landes NÖ 2007 geehrt.
Grußworte kamen weiters vom Schulsprecher Laurids Brandl, dem Obmann des Elternvereins, Dr. Erich Neumeister, der Bürgermeisterin der Stadt Krems, Inge Rinke und von HR Mag. Franz Spiesmeier für den Direktorenverband.
Mag. Josef Auzinger brachte als Personalvertreter zum Ausdruck, was viele der KollegInnen ähnlich empfanden: Hans Angerer ist eine umfassend gebildete Persönlichkeit, seine Reden und Artikel sprühen Esprit und Humor und er hat schon als Lehrer mit der Hingabe an seine Fächer – Deutsch und Geschichte - Generationen von Schülern geprägt. Als Direktor war er eine integrative Persönlichkeit, die offen war für Sorgen und Nöte aller an der Schulgemeinschaft Beteiligten – SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern – und die engagiert nach Lösungen im Konsens suchte.
Diese gelebte Menschlichkeit und die jahrelange Arbeit im JRK-Team der Schule wurden von OStR Mag. Erich Böck mit der dreifachen Henri Dunant-Medaille honoriert.
Mag. Heidi Schreiber begrüßte den neuen Direktor Dr. Herbert Kefeder im Namen der Kollegenschaft mit Willkommensworten und einer großen Schultüte.
Danach zog Hans Angerer Resümee (die Rede im Wortlaut) und der neue Direktor ermunterte alle: „Suchen wir bei Schwierigkeiten Lösungen und nicht bei angebotenen Lösungen Schwierigkeiten.“
Das Fest klang mit Gesangsdarbietungen, einem Kurzfilm und Musik des ehemaligen Kollegen Wolfgang Friedrich aus.
Hier die Rede des scheidenden Direktors HR Dr. Hans Angerer:

Frau Bürgermeisterin!
Herr Abgeordneter !
Frau Präsidentin!
Geschätzte Vertreter der Schulbehörde!
Liebe Direktorenkolleginnen und Kollegen!
Liebe Vertreterinnen und Vertreter der Eltern und der Schüler!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, von denen mich so viele so lange auf meinem Weg begleitet haben!
Meine Damen und Herren!
Lieber Herbert!

Man ist nicht wirklich entspannt, wenn man sich von einem Haus verabschiedet, in dem man 37 Jahre tätig war, in dem man viele kostbare Begegnungen gehabt hat, in dem man Augenblicke beglückender Zufriedenheit ebenso erlebt hat wie die des alltäglichen Scheiterns.

Obwohl die Betrachtung der Vergangenheit bekanntlich vieles verklärt, wage ich die Behauptung, dass die positiven Erlebnisse und Erinnerungen bei weitem überwiegen. Natürlich gab es sehr schmerzliche Momente der Trauer, etwa als unsere Kollegen Franz Maier und später Franz Haschkovitz viel zu früh aus unserer Mitte gerissen wurden oder als unsere Schüler Philipp Höfinger und später Jan Schübl in einem schrecklichen Irrtum ihr Leben weggeworfen haben. Aber gerade diese traurigen Situationen haben auch die Stärke unserer Schulgemeinschaft freigelegt, das Miteinander und das Mit-Fühlen.

Als ich Anfang der Siebzigerjahre hier begonnen habe, waren wir jungen Lehrer wild entschlossen, eine neue, eine freiere, eine bessere Schule zu gestalten und natürlich überzeugt, es besser zu wissen als unsere erfahrenen Kollegen mit ihren scheinbar eingefahrenen Bahnen – so wie alle jungen Lehrer vor uns und nach uns, wenn sie diesen Bezeichnung verdienten. So lange eben, bis sie erfahren, dass die Generation vor ihnen mit derselben Leidenschaft, denselben Visionen gearbeitet hat, unter anderen Bedingungen eben.

Und es war immerhin noch eine Zeit, in der man sich zumindest bemühte, bei Schulreformen die Lehrerinnen und Lehrer mit ins Boot zu nehmen. Ich frage mich ja gegenwärtig sehr oft, warum von den aktuellen Bannerträgern der so genannten Schulreform die Lehrerinnen und Lehrer immer wieder als Bremser und Verhinderer betrachtet und auch bezeichnet werden und man somit auf dieses ungeheure Potenzial an Erfahrung, Sachkenntnis und Leidenschaft verzichtet, das diese Gruppe in eine ernst gemeinte Reformdiskussion einbringen könnte.

Ich habe jedenfalls an dieser Schule vieles an pädagogischer Innovation erleben dürfen, und speziell bei zahlreichen Veranstaltungen in dieser Aula hier, aber auch bei vielen Projekten an außerschulischen Lernorten im In- und Ausland ist mir immer wieder bewusst geworden, welch immense fachliche, vor allem aber menschliche Chancen partnerschaftliches und projektorientiertes Agieren eröffnet. Eine Erkenntnis, die ich immer wieder auch mit den Kolleginnen und Kollegen diskutiert habe.

Ich habe es immer als große Auszeichnung empfunden, die Schule, an der ich so viele Jahre als Lehrer, als Personalvertreter und als Schülerberater tätig war, in den letzten sieben Jahren meines Berufslebens als Direktor führen zu dürfen. Das gab mir noch einmal die Chance, die Schule noch ganzheitlicher zu erleben, neue Facetten zu entdecken, gestalten zu können, aber auch die Last der Verantwortung zu spüren, und das ist wahrlich keine leere Phrase. Man muss sich schon einlassen auf diese Gratwanderung zwischen Partnerschaftlichkeit und Führungsnotwendigkeiten, zwischen Vision und Ressourcenmangel, zwischen Motivierung und Disziplinierung. Und ich nehme das Wort Disziplin sehr unbefangen in den Mund, weil derjenige, der sie einfordern muss, sowieso scheitern wird, wenn er nicht vorher bei sich selbst angefangen hat.

Ein ganz prioritäres Anliegen war mir immer die Qualität der Matura. Eine qualitätvolle Reifeprüfung erschien mir geradezu als eine Bündelung der Bildungsziele der AHS, mit denen wir uns an dieser Schule stets identifiziert haben. Unser Bildungsverständnis ist verbunden mit einem Bekenntnis zum Erwerb von Wissen, das nicht ausschließlich an der Nützlichkeit und der unmittelbaren Verwertbarkeit orientiert ist, sondern den Menschen in seiner ganzheitlichen Entwicklung voranbringt und bereichert. In diesem Geist haben wir unsere Reifeprüfungen gestaltet und von unseren Absolventen durchwegs positive Rückmeldungen darüber erhalten, wie sie für ihren weiteren Bildungsweg gerüstet waren.

Ich habe zu viele Reifeprüfungen erlebt, um nicht erfahren zu haben, dass es auch Mängel in Vorbereitung und Durchführung gibt, die wiederum Mängel in der vorangehenden Unterrichtsarbeit kaschieren sollen. Das muss man in den Griff bekommen, sich aber dabei hüten, das Kind mit dem Bad auszuschütten. Wir werden sehr darauf achten müssen, dass die Reifeprüfung als Krönung einer Bildungsarbeit, wie ich sie skizziert habe, nicht zu einem Reproduzieren eingeübter standardisierter Inhalte – was man eben heute mitunter unter Qualität versteht – degeneriert.

Bevor ich mich da allzu sehr aufs Glatteis begebe, möchte ich lieber tun, was wohl das Gebot der Stunde ist, nämlich danke sagen. Danke für die vielen freundlichen Worte, die heute gesagt wurden. Danke all jenen, die zum Gelingen dieser Feier beigetragen haben und noch beitragen werden. Diesen Dank wird Herbert Kefeder noch präzisieren.

In der Stunde des Abschieds aber merke ich erst, bei wie vielen Menschen ich mich bedanken muss - oder darf.
Ich bedanke mich bei meinen unmittelbaren Vorgesetzten, den Schulreferenten, bis zum Schuljahr 2008/09 LSI Mag. Rainer Ristl, seither LSI Mag. Brigitte Wöhrer. Nicht nur ich, sondern die Schule ist euch für das unseren Anliegen stets entgegengebrachte Verständnis und die Hilfsbereitschaft sehr dankbar und ich sage das sehr bewusst auch in Hinblick auf die diesjährige Schulorganisation. Ihr habt mir immer Wertschätzung und Zuwendung entgegengebracht – dafür meinen herzlichen Dank. Und ich nütze auch die Gelegenheit mich anlässlich der Verleihung des Berufstitels Hofrat bei allen daran Beteiligten herzlich zu bedanken. Bis jetzt habe ich ja nur in kabarettistischen Darbietungen einen Hofrat gespielt – unter anderem auch auf dieser Bühne. Jetzt kommt sozusagen die Realsatire.
Ich bedanke mich bei den Vertretern des Landesschulrates, die für meine Anliegen hinsichtlich personeller und materieller Ressourcen immer Verständnis hatten. Dass es oft beim Verständnis geblieben ist, liegt am allerwenigsten an ihnen, sondern an ganz anderen Zwängen. Dankbar bin ich auch für die juristische Beratung, die ich in der Rechtsabteilung immer gefunden habe.

Ein ganz besonderer Dank gilt meinem Stellvertreter und Administrator OStR Mag. Wolfgang Schüpany. Lieber Wolfgang, wir haben mit vielen ähnlichen Grundsätzen und Zielsetzungen, aber auch mit durchaus unterschiedlichen Temperamenten und Vorstellungen von organisatorischen Abläufen und didaktischen Konzepten, die in der Verschiedenheit unserer Funktionen begründet waren, eine ganz gute Melange gebildet und ich glaube, es war nicht die schlechteste Zeit. Den Großmeister des Worst-Case-Szenarios und den alle Kennzahlen und potenziellen organisatorischen Desaster großzügig übersehenden Träger der rosaroten Optimismusbrille haben nämlich zwei Dinge verbunden: die Liebe zur Schule und eine alte Freundschaft. Danke für alles.

Die Damen meines Sekretariats waren nicht nur für Lehrer, Schüler und Eltern, sondern vor allem für den Direktor eine Labsal und ein Geschenk. Liebe Erika, liebe Klaudia, jetzt habt ihr euch einen Direktor verdient, dessen Datums-, Zahlen und Mengenangaben man auch wirklich trauen kann.

Ich bedanke mich bei der Schulärztin Dr. Maria Waldschütz, die gerade in Krisensituationen und bei Problemfällen sehr rasch und umsichtig gehandelt hat – und dies immer in enger Kooperation mit mir.
Ich bedanke mich bei den Schulwarten und Reinigungskräften, deren Leistung von den Schülerinnen und Schülern nicht immer und vom Dienstgeber viel zu wenig gewürdigt wird. Ich bedanke mich für eine gute und harmonische Zusammenarbeit, auch wenn es Zeiten gegeben hat, in denen meine gesprächstherapeutischen Fähigkeiten bis an die Grenzen ausgereizt worden sind.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Vertretern der Schulpartnerschaft: bei der Elternvertretung und dem Elternverein für die stets konstruktive Zusammenarbeit. Ihr wart immer eine wichtige und konstruktive Clearingstelle, wenn Eltern das Gefühl hatten, ihre Kinder würden nicht das nötige Verständnis, nicht die erforderliche Gerechtigkeit erfahren. Auch ein durch jahrelange Schülerberatertätigkeit in Gesprächsführung Geschulter wie ich musste erkennen, dass Gespräche mit Eltern nicht leichter werden.
Gespräche mit euch, liebe Schülervertreter, waren mir stets eine Freude, und ich glaube, wir haben immer zu guten Lösungen Gefunden – ich erinnere nur an die Maßnahmen zum Nichtraucher- bzw. Gesundheitsschutz.

Ich bedanke mich bei der Stadt Krems, bei unseren Sponsoren, bei den Firmen, mit den wir zusammengearbeitet haben, und vor allem auch bei den Vertretern der BIG für das Verständnis, für viele gute Gespräche und für die Hilfsbereitschaft. Ich danke meinen Amtsvorgängern und früheren Chefs HR Dr. Kurt Preiß und HR Mag. Helmut Raberger für die Großzügigkeit, mit der sie mich meine pädagogischen Erfahrungen machen und mein Bild von Schule und Unterricht entwickeln ließen. Ganz herzlich danke ich auch meinen Direktorskollegen vom „Kremser Stadtschulrat“. Wir leiten Schulen, die natürlich im Wettbewerb stehen, und wir tun dies in Kameradschaft, Fairness und Freundschaft.

Ich danke ganz besonders meiner speziellen Kraftquelle, meiner Frau und meinen drei Söhnen, und freue mich, dass sie heute auch dabei sind.

Euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, habe ich mir (fast) für den Schluss aufgehoben. Ich bedanke mich für das großzügige Geschenk, das mich wirklich überrascht und unbändig gefreut hat. Hat. Was ihr sonst noch alles unternommen und an Überraschungsaktionen vorbereitet habt, hat mich tief berührt. Es gibt unter euch so viele, denen ich in Dankbarkeit verbunden bin. Stellvertretend möchte ich mich bei dir, lieber Vorsitzender des DA, lieber Josef, für die ehrenden Worte und für die wirklich immer offene, von gegenseitiger Wertschätzung geprägte und von Fallstricken freie Zusammenarbeit bedanken.

In eurer Mitte, liebe Kolleginnen und Kollegen, habe ich mich ich immer verstanden und gut aufgehoben gefühlt, selbst wenn der Wechsel in die Vorgesetztenfunktion vor allem anfangs auch auf beiden Seiten mitunter für Befangenheit und abwartende Reserve sorgte. Aber das haben wir bald überwunden.

Zuletzt danke ich dir, lieber Junghofrat, für deine jahrelange Freundschaft und dafür, dass du dich als etablierter und erfolgreicher Direktor in Horn entschlossen hast, dich um die Direktion dieser Schule zu bewerben. Ich weiß sie jetzt in den allerbesten Händen. Ob ich das für die AHS, von deren Qualität und Zeitgemäßheit ich überzeugter bin als je zuvor, auch sagen kann – da bin ich mir nicht ganz so sicher. Zu sehr ist mir das Beispiel eines nicht unbedeutenden österreichischen Verkehrsunternehmens im Bewusstsein, das so lange reformiert, aus der angeblichen Erstarrung befreit, neu aufgestellt, neu gestylt, mit einer Corporate Identity ausgestattet und qualitätsgesichert wurde, bis es bei der Erfüllung seiner ureigensten Aufgabe zur Lachnummer geworden ist. Ein Schulsystem braucht sicher Frischluft und muss immer in Bewegung bleiben, wir müssen nur sehr darauf achten, dass es vor lauter Outputorientierung zu keiner Inputbanalisierung kommt. Das ist es, was ich dieser Schule und unserem Schulsystem von ganzem Herzen wünsche: eine Schulreform, die diesen Namen verdient, auf fundierten Bildungsüberlegungen basiert (Es lohnt sich, bei Konrad Paul Liessmann ein wenig nachzulesen !!) ,auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagiert und sich an den wahren Probleme nicht vorbeischwindelt.
Ich danke Ihnen, dass Sie mir so geduldig zugehört haben, und darf abschließend - wenn auch nur symbolisch – noch ein letztes Mal amtshandeln, indem ich nämlich – und damit verbinde ich meine innigsten guten Wünsche für diese Schule und diejenigen, die in ihr tätig sind - jetzt dem HR Kefeder den Schlüssel zur Schule überreiche.